Waldbegehung in Ringsheim

Bei der öffentlichen Waldbegehung in Ringsheim zog Andreas Sippel vom Regierungspräsidium ein positives Fazit

Waldbegehung 2019

Premiere in Ringsheim: Erstmals hat Bürgermeister Pascal Weber nicht nur die Mitglieder des Gemeinderats, sondern die Ringsheimer Bevölkerung zur Waldbegehung in den Niederwald westlich der A 5 eingeladen. Das Interesse der Bürger und Bürgerinnen an der Führung war allerdings bescheiden. Das Fazit zum Wald fiel aber positiv aus.

Der größere Teil der Ringsheimer Waldfläche befindet sich mit 282,7 Hektar im Bergwald. Der Niederwald umfasst 125,5 Hektar (siehe Info). Gleich drei Forstfachleute informierten die Bürger bei der zweieinhalbstündigen Begehung: Andreas Sippel, Forsteinrichter beim Regierungspräsidium Freiburg, Hans-Georg Pfüller, seit dem 1. März neuer Leiter des Forstbezirks Lahr, und Revierförster Lothar Bellert. An mehreren Stationen zeigten sie auf, auf welchen Grundlagen die Beforstung des Waldes basiert und welche Auswirkungen dies auf viele Jahrzehnte haben kann. Der Wald müsse klimafest und klimaneutral gemacht werden, erklärte Pascal Weber, das Anlegen von weiteren Ökoflächen sei eines der Ziele.

Der intensive Dialog mit den Gemeinden als Waldbesitzer verfolge eine Zehnjahresstrategie, kündigte Pfüller an. Dabei stehe nicht nur die wirtschaftliche Nutzung, sondern der Wald als Ökoraum im Blickpunkt des Interesses. "Den Holzmarkt hat man nicht im Griff, der macht was er will", sagte Forsteinrichter Sippel, der an verschiedenen Stellen in Alt- und Jungbeständen über die Vor- und Nachteile der Bewirtschaftung der verschiedenen Baumarten, in der Regel Laubwald, informierte, darunter auch über drei alte Waldreste mit einer Fläche von vier Hektar aus früherer Zeit. Mittendrin stand eine rund 200 Jahre alte freistehende Buche. Diesen Teil des Waldes könne man als Waldrefugium ausweisen, was weitere Ökopunkte für die Gemeinde mit sich brächte.

Förster Bellert kennt jeden Meter des Waldes und auch die Stellen, an denen Pilze und Krankheiten – zum Beispiel das Eschentriebsterben – den Bestand gefährden. Waldumbau gehört inzwischen auch zum Vokabular der Forsteinrichtung. Die Buche habe massiv auf Trockenschäden reagiert, erklärte Pfüller. Auch Orkan Lothar war Thema. Er habe vor 20 Jahren auch im Ringsheimer Wald seine Spuren hinterlassen, sagte Bellert. 50 Prozent der Douglasien seien damals dem Orkan zum Opfer gefallen.

Auch der Schutz vor Wildverbiss ist ein Thema, mit dem sich auch die Jäger befassen müssen. Die Jagdpächter regeln einerseits den Wildbesatz, müssen sich aber auch an den Kosten von Schutzmaßnahmen beteiligen, erklärte der Revierförster.

Dem Ringsheimer Niederwald bescheinigte Forsteinrichter Andreas Sippel in seinem Fazit am Ende der Waldbegehung, die ihren Abschluss an der Ringsheimer Hütte fand, einen sehr guten Zustand. Der Holzertrag könne gesteigert werden, sagte er.

Zahlen zum Wald
» Waldfläche in Ringsheim: insgesamt 408 Hektar, davon 282,7 Hektar Bergwald und 125,5 Hektar Niederwald westlich der Autobahn.
Baumarten: 47 Prozent der gesamten Waldfläche bestehen aus Nadelbäumen, darunter sind 14 Prozent Fichten, zwölf Prozent Tannen und elf Prozent Douglasien. Die restlichen 53 Prozent der 408 Hektar Waldfläche bestehen aus Laubbäumen, darunter 23 Prozent Rotbuchen, neun Prozent Roteiche und neun Prozent Eiche.
» Waldumbau: Im zehnjährigen Waldumbau wird die Buche (sie ist anfällig bei Trockenheit) durch klimaresistente Laubarten wie Eiche, Spitzahorn oder Hainbuche ersetzt. Die Fichten werden in diesem Zeitraum durch Douglasien ersetzt. Auf 13,4 Hektar der Gesamtfläche wird der Wald verjüngt, auf 3,7 Hektar davon durch aktive Anpflanzung, auf der restlichen Fläche durch Naturverjüngung. Auf 70 Hektar Fläche erfolgt in den kommenden zehn Jahren eine Jungbestandspflege.

Text und Bild: Adelbert Mutz

(Erstellt am 29. Oktober 2019)

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