Ein sonniger Jahrgang

Die jungen Weine des Jahrganges 2018 haben es in sich, denn die Trauben waren von der Sonne verwöhnt, wie es in einem Slogan der badischen Weinwerbung gepriesen wird. Neun noch nicht ausgereifte Jungweine der WG`s Herbolzheim, Münchweier-Wallburg-Schmieheim und des Ringsheimer Weinhofes Volz wurden von einem besonderen Moderatorenteam vorgestellt. Neben den Weinhoheiten Isabella und Claudia Vetter präsentierten die „Messweinkenner“ Pfarrer Michael Gartner, Seelsorgeeinheit (SE) Rust, Markus Henninger, stellv. Kirchengemeinderatsvorsitzender der ev. Kirchengemeinde Ettenheim und Pfarrer Dr. Stefan Meisert, SE Herbolzheim/Rheinhausen, die Weine der Region. Das Saxophonquartett „Elements“ und eine Gruppe des Circus Paletti sorgten mit Musik, Zauberei, Jonglage und Clownerie für Begeisterung. Mit dem Duo „Ohrwurm“ wagten zu später Stunde noch viele ein Tänzchen. Die Rebwieber und Rebmänner schenkten die Jungweine aus und servierten einen zünftigen Vesperteller der Metzgerei Tischler.
Bürgermeister und Hausherr Pascal Weber begrüßte rund 200 Gäste. Ein besonderer Gruß galt seinem Amtskollegen aus Herbolzheim, Thomas Gedemer, der stellvertretenden Bürgermeisterin aus Ettenheim, Beate Kostanzer und Charlotte Götz, Ortvorsteherin aus Münchweier, sowie Vertretern der Genossenschaften und Winzer. Auch Sandra Boser, Landtagsabgeordnete der Grünen und Johannes Fechner, SPD-Bundestagsabgeordneter, genossen die jungen Weine der Breisgauregion.

Mit „Let the sunshine“ aus dem Musical Hair eröffnete das junge Saxophonquartett mit Maike Hämmerle, Lina Kirstein, Jana Baron und Andreas Vetter passend zum sonnenverwöhnten Jahrgang 2018 die Weinprobe. Isabella Vetter, Badische Weinkönigin 2015/16 und ihre Schwester Claudia, die amtierende Breisgauer Weinprinzessin stellten mit Unterstützung des geistlichen Beistandes die neun Weine jeweils im Dreierpack vor. Geschichten, Anekdoten und der eine oder andere Weinwitz bereicherten die blumige Sprache über Weinfarben und -Düfte von Apfel, Brombeere und Banane. Der heiße Sommer im vergangenen Jahr verursachte neben vielen Öchsle auch Wassernot bei den Jungreben, wie Isabella Vetter informierte. Manch ein Winzer habe Wasser zuführen müssen. Dass die Weinlese zum Teil bereits im August begann, habe auch mit dem Klimawandel zu tun.

Erst schwenken, riechen, dann sürpfeln und innehalten. Da musste man sich schon sputen, um vor dem nächsten Gang die Gläser zu leeren. Isabella Vetter informierte indes, dass die Jungweinprobe ausgerechnet zum internationalen Tag des Wassers, sowie am Todestag Goethes stattfand. An vielen Stellen der Bibel ist auch von Wein die Rede, stellten die Vertreter der Kirche bei der Präsentation fest. So habe Jesus in der biblischen Wundererzählung bei der Hochzeit zu Kana Wasser zu Wein verwandelt. „Je länger die Weinprobe dauert, umso schwieriger wird es, etwas über die Bibel zu sagen“, bemerkte augenzwinkernd Pfarrer Dr. Meisert.
Die Paletti-Gruppe aus Ettenheim mit „Allez Hop“ (Stefan Fehrenbach, Nils und Felix Koch), der Zauberkünstlerin Sibylle Stock, sowie Jongleur Joschua Spang, bereicherten den Abend mit ihren künstlerischen Darbietungen.

Die badische Weinwerbung müsse intensiviert werden, um den Anschluss auch in der Region nicht zu verlieren. Die Konkurrenz aus fernen Ländern dränge immer mehr auf den heimischen Weinmarkt. Da gelte es, den Zeitpunkt nicht zu verschlafen, teilte Vetter bei einem Gespräch nach der Weinprobe mit.

Die Weine
Weißburgunder, Spätburgunder Rosé, Spätburgunder Rotwein, alle Ringsheimer Kaiserberg
Riesling, Spätburgunder Rotwein, Kerner (alle Münchweierer Kirchberg)Auxerrois, Tutschfelder Kaiserberg, Grauburgunder, Spätburgunder Weißherbst, beide Herbolzheimer Kaiserberg

[Bild und Text von Adelbert Mutz]