Wasserversorgungsverband kann beim Großprojekt Vollzug melden: Der dritte Tiefbrunnen ist in Betrieb gegangen, die Förderung läuft aber erst im Frühjahr 2019 an

Sechs Bürgermeister drehen den Hahn auf
Mit einem kleinen Festakt feierte der Wasserversorgungsverband Südliche Ortenau (WVV-SO) Ringsheim/Ettenheim die Fertigstellung der Bau- und Installationsarbeiten zur Inbetriebnahme des 3. Tiefbrunnens des Verbandes auf den Elzwiesen, rund 500 Meter südlich des Colosseo. Der Verbandsvorsitzende Bürgermeister Pascal Weber und sein Stellvertreter Bürgermeister Bruno Metz, Ettenheim, begrüßten viele Gäste am neuen Brunnenkopf, aus dem vermutlich im Frühjahr 2019 weitere 500.000 Kubikmeter Trinkwasser von sehr guter Qualität an die Verbandsgemeinden Ringsheim und Ettenheim, sowie dem Nachbarverband Rust/Kappel-Grafenhausen zur Verfügung stehen. Rund 40 Besucher begrüßte Rusts Bürgermeister Kai-Achim Klare am neuen Brunnenbauwerk, das auf Ruster Gemarkung liegt. So auch die Bürgermeister der Verbands- und Nachbargemeinden, Verterter von Behörden und Organisationen und beteiligte Firmen. Als neuer Bürgermeister von Ringsheim sei er gewissermaßen ins kalte Wasser geworfen worden, denn sein erster Termin befasste sich mit dem Wasser: „Das wird ja lustig“, da es der Zeitpunkt eines möglichen Scheiterns gewesen sei. Mit viel Motivation sei durch eine Gemeinschaftsleistung eine neue Dynamik entstanden, das Vorhaben habe wieder Fahrt aufgenommen. Drei Verfahren seien zu bewältigen gewesen, einige davon stehen noch als „Hausaufgaben“ an. Die Ausweisung eines Wasserschutzgebietes um den Tiefbrunnen steht noch aus. Die Funktion der Ersatzwiesen-Wässerungsfläche am Südrand der Elzwiesen muss noch nachgewiesen werden. Und der geforderte Teilrückbau der Heuwegstraße, ein weiterer Teil der ökologischen Ersatzmaßnahme muss noch erfolgen. Wenn alle Bedingungen erfüllt sind, kann mit der Wasserförderung aus dem Tiefbrunnen, der in eine Tiefe von 32 Metern abgeteuft ist, mit einer begrenzten Förderleistung von 24 Litern pro Sekunde, begonnen werden. Mit den beiden bestehenden Brunnenbauwerken im Ruster Wald, östlich der Elz, sowie einem weiteren Brunnen des Nachbarverbandes, stehen dann den Südgemeinden und besonders auch dem Europa-Park insgesamt zwei Millionen Kubikmeter Trinkwasser jährlich zur Verfügung, das den Wasserbedarf bis in das Jahr 2030 decken soll. Seit über zehn Jahren focht der Wasserversorgungsverband einen Kampf mit den Behörden aus, ehe am 6. Juli diesen Jahres das Landratsamt die wasserrechtliche Genehmigung zum Bau des 3. Brunnens erteilte. So war ein wichtiges Etappenziel erreicht. Da der Brunnen im hochwertigen Naturschutzgebiet „Elzwiesen“ angesiedelt ist, waren endlose Gespräche mit dem Regierungspräsidium, den Landratsämtern Ortenau und Emmendingen und anderen Fachbehörden von nöten. Das kostete Zeit, Geld und Nerven, wie aus den Ansprachen am neuen Brunnenkopf zu entnehmen waren. Mit dem jetzigen Verfahrensstand entstanden dem Verband Gesamtkosten in Höhe von 2,3 Millionen Euro, wie Bruno Metz informierte und das lange Verfahren in seinen Grundzügen erläuterte. „Es war ein Marathon durch die Instanzen“, eine Vielzahl von Gutachen und Gesprächen wurden geführt, so Metz. Die Unterstützung der Behörden in schwierigen Verfahren sei jedoch konstruktiv gewesen. Es sei sicher nicht der letzte Schritt in der Wasserversorgung in der Raumschaft. „Wir wollen, dass sie auch in Zukunft kommunal bleibt“, sagte Metz. Von Beginn an betreuten die Zink-Ingenieure aus Lauf das Brunnenprojekt. Ingenieur Peter Sackmann informierte anschaulich die Technik des neuen Brunnens, bei dem im Vorfeld viele unterschiedliche Aufgabenstellungen zu bewältigen waren. Bernhard Vetter vom Landratsamt Offenburg/Amt für Wassserwirtschaft erwähnte, dass das Verfahren noch nicht abgeschlossen sei, man könne jedoch zunächst einmal tief durchatmen. Im Verfahren habe es keine Widersprüche gegeben. Dankesworte und Geschenke wurden Udo Schneider, Fachbereichsleiter bei der Stadt Ettenheim, Martin Weber, Elzwiesen-Wässerungsmeister und Bettina Schlenker, Geschäftsstelle des Wasserversorgungsverbandes zuteil. Text und Bild: [Adelbert Mutz]