Entwicklung des ZVT-Gebietes Ringsheim/Rust

Grundsatzbeschluss über das weitere Vorgehen

Verbandsversammlung beschließt, in den nächsten fünf Jahren keine Bauleitplanung für den Bereich ZVT-Ost in Angriff zu nehmen.

 

Ausgangslage

Der Zweckverband Tourismus-Dienstleistungen Freizeit in Ringsheim-Rust (ZVT) wurde 2005 unter folgender Maßgabe gegründet (Präambel der Verbandssatzung):

„Die Gemeinden Ringsheim und Rust wollen zur Erhöhung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und zur Schaffung weiterer Arbeitsplätze die Rahmenbedingungen für die künftige Entwicklung des Raumes Südliche Ortenau mit der Schaffung eines Sondergebietes für Tourismus, Dienstleitungen, Freizeiteinrichtungen weiter verbessern.“

Für die Gründung maßgebend war die Ausweisung eines ca. 140 ha großen Vorranggebietes für Tourismus im Regionalverband Südlicher Oberrhein (RVSO) im Jahr 2003. Nach dem aktuell gültigen Regionalplan von 2018 im Kapitel 2.4.3 Tourismus heißt es unter (3) Z und (4) G:

Zur Sicherung und Entwicklung der überregional bedeutsamen Freizeit- und Tourismusfunktion am Standort Rust/Ringsheim ist in der Raumnutzungskarte ein Vorranggebiet für Freizeit und Tourismus festgelegt. Zulässig sind Dienstleistungseinrichtungen, die im Zusammenhang mit der Freizeit- und Tourismusfunktion stehen. Ausgeschlossen sind insbesondere

  • Gewerbenutzungen, soweit nicht auf den Bereich Freizeit und Tourismus bezogen,
  • Einzelhandelsgroßprojekte einschließlich Hersteller. Direktverkaufszentren (Factory-Outlet-Center)

Die Entwicklung und Nutzung des Vorranggebietes für Freizeit und Tourismus soll sich an den Kapazitäten der Verkehrsinfrastruktur ausrichten. Weiter wird in der Begründung ausgeführt

 

Aktuelle Situation

Für das ZVT-West-Gebiet, das sich überwiegend auf Gemarkung Rust befindet, erfolgten 2013 der Antrag auf Änderung des Flächennutzungsplanes und der Aufstellungsbeschluss für den B-Plan Wasserpark. 2016 wurden diese Verfahren erfolgreich abgeschlossen.

Heute entwickelt der Europa Park den ersten Abschnitt der Wasserwelt „Rulantica“. Die gesamte überplante Fläche beläuft sich auf über 40 ha. Mit einer Fertigstellung des ersten Hotels und des Wasserparks ist im Frühjahr 2019 zu rechnen.

Die Verbliebenen ca. 100 ha des ZVT-Ost-Gebietes befinden sich auf Gemarkung Ringsheim. Es handelt sich um die letzte große zusammenhängende Entwicklungsfläche für den Bereich Tourismus-Freizeit. Die Fläche ist insgesamt größer als der bestehende Europa-Park mit ca. 95 ha. Eine Erschließung in diesem Bereich muss folgende Faktoren berücksichtigen:

  • hohe Bedeutung, da alle weiteren tourismusrelevanten Bedarfe nur noch hier entwickelt werden können (Endlichkeit der Flächen),
  • komplexe verkehrliche Erschließung und hoher Erschließungsaufwand, da ein leistungsfähiger Anschluss an die Kreisstraße aktuell nur im Bereich Scherenschleifer erfolgen kann,
  • nachzuweisender Grünkorridor mit einer Breite von 500 Metern, die von der Bebauung frei zu halten sind,
  • Grünbrücke für den Wildwechsel als Anschluss an den Grünkorridor,
  • Bedarf an Ausgleichsflächen für den natur- und artenschutzrechtlichen Ausgleich,
  • raumordnerische Verträglichkeit für weitere Hotellerie,
  • aus den vorher genannten Gründen die Schwierigkeit, nur Teilflächen zu entwickeln, da hoher Investitionsbedarf in die Infrastruktur ein großes Gesamtvolumen voraussetzt.

 

Auf Grundlage der oben genannten Rahmenbedingungen kommt die Verbandsverwaltung zu folgender Bewertung:

  • ZVT-Ost bietet die letzten Flächenreserven für eine touristische Entwicklung. Aktuell werden über 40 ha Fläche ZVT-West entwickelt. Die noch verfügbaren Flächen sollten bei Bedarf und im Rahmen einer Gesamtkonzeption überplant werden.
  • Der ZVT und seine Verbandsverwaltung begleiten derzeit intensiv die Arbeiten auf dem ZVT-West-Areal. Diese Arbeiten binden mittelfristig die komplette Kapazität der Verbandsverwaltung, weshalb für eine nachhaltige Entwicklung des ZVT-Ost-Areals keine Ressourcen vorhanden sind. ZVT-West soll zunächst zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht werden.
  • Die Entwicklung des ZVT-Ost-Gebietes kann nicht in kleineren Teilabschnitten erfolgen, da erhebliche Investitionen in den Ausbau der Infrastruktur notwendig sind. Dazu zählen die Grünbrücke, ein 500 Meter breiter Grünkorridor, ein leistungsfähiger verkehrlicher Anschluss, ökologische Ausgleichsmaßnahmen.
  • Die Entwicklung des Gebietes soll inhaltlich so erfolgen, dass die Raumschaft langfristig und nachhaltig profitiert.

 

Weiteres Vorgehen

Aus den o.g. Gründen hat die Verbandsversammlung den Beschluss gefasst, in den nächsten fünf Jahren keine Bauleitplanung für den Bereich ZVT-Ost in Angriff zu nehmen.

 

Ringsheim, den 21.12.2018

Gez.

Pascal Weber                                                            Kai-Achim Klare

Verbandsvorsitzender                                               Stv. Verbandsvorsitzender