Neujahrsempfang Ringsheim - Ein Bekenntnis zur Heimat

Rämässerkönigin Sophia Person begrüßt die Gäste beim Neujahrsempfang 2019
Mit einer Überraschung begann der Neujahrsempfang in Ringsheim. Nicht Bürgermeister Pascal Weber, sondern die noch amtierende Rämässerkönigin Sophia Person begrüßte auf charmante Weise rund 250 Gäste im Bürgerhaus, unter ihnen eine roße Zahl Ehrengäste aus Politik, Kirche, Wirschaft, Gesellschaft und Gemeindemitglieder. Das Bekenntnis zur Heimat mit einem mutigen Blick in die Zukunft stand im Mittelpunkt der Ansprache des Bürgermeisters. Gewürdigt wurden sportliche Erfolge sowie Mitglieder des Flüchtlings-Helferkreises. Michael Sauter am Flügel und der Seniorenchor unter der Leitung von Ambros Hog bildeten den musikalischen Rahmen der Feier. Bei den Wahlen im Mai diesen Jahres werde er für den Kreistag kandidieren, informierte Weber.
 Der Seniorenchor eröffnete das Programm
Das Wort Heimat sei zu Unrecht in Vergessenheit geraten und wenig wertgeschätzt, meinte Bürgermeister Pascal Weber zu Beginn seiner Ansprache. Dabei sei der Begriff fest in Artikel 2 der Landesverfassung verankert. Er erinnerte an frühere Heimatfilme wie „Sissi“ oder „Schwarzwaldmädel“, in denen Schicksale und Gefühle vermittelt wurden. Globalisierung, Connecting oder Business Units seien Schlagworte der Neuzeit. Heimat sei überall, in Europa, in der Region und im eigenen Ort, nicht mehr im Kontext der 50er Jahre, sondern zukunftsorientiert, so Weber. Erfindergeist, Innovation, harte Arbeit, eine offene Gesellschaft und Frieden seien Garanten für ein gutes Leben. Gleichzeitig gelte es Land und Heimat gegen Hass und Hetze zu schützen.
 Bürgermeister Pascal Weber bei seiner Neujahrsansprache

In den vergangenen Jahrzehnten seien wichtige Weichenstellungen mit positiven Auswirkungen für die Gemeinde vollzogen worden,, wenn auch ohne „Weltsensationen“. Weber erinnerte an ein gutes Dutzend Projekte, mit denen im Jahr 2018 „unsere Heimat“ gestärkt wurde. So die Verbesserung und Ausstattung von Feuerwehr, Bauhof und Bücherei, oder Investionen in die Fernwärme, sowie in den Kauf zweier Eigentumswohnungen. Mit der Eröffnung des Wasserparkes und der neuen Hotels Kronosar und HolidayInn erfahre der Tourismus einen erheblichen Aufschwung im neuen Jahr. Mit den jährlichen Gemeindeveranstaltungen wie Wein- und Gassenfest, Weihnachtsmarkt und Jungweinprobe präsentiere sich die Gemeinde in der Region im besten Sinne. Mit dem dritten Tiefbrunnen sei ein wichtiges Projekt für die Wasserversorgung für Ringsheim und die Region nach langer Zeit umgesetzt worden. Nahezu 95 Prozent der Ringsheimer Bürger stehen mit der Breitbandversorgung 200 Mbit Datenübertragung zur Verfügung. Als großen Erfolg in seiner jungen Amtszeit nannte Weber die Unterbringung von über 40 Flüchtlingen in privaten Unterkünften.

 Sportlerehrung für zahlreiche Handballer und Schützen
Sein Blick richtete sich auch auf Projekte im neuen Jahr. So werde sich die Gemeinde mit dem neuen Haushaltsystem der klassischen doppelten Buchführung befassen müssen. Die Standortsuche für ein neues Feuerwehrhaus werde fortgesetzt und soll noch in diesem Jahr definiert und festgelegt werden, so Weber. Rund 600.000 Euro müsse man in die Abwasserbeseitigung investieren, mit einem neuen Internetauftritt und modernen Formen der Rathaus-Dienstleistungen werde man in die digitale Zukunft investieren. Nicht gerade sein schönstes Gesicht zeige der Ringsheimer Bahnhof ankommenden Touristen. Nach intensiven Gesprächen zwischen Gemeinde, Bahn und Europa-Park werde der lang gehegte Wunsch einer Toilette in Erfüllung gehen. Es habe aber viele Jahre an Überzeugung und Kompromissfähigkeit gekostet, sagte Weber. Eine kostenlose Ladesäule für Elektrofahrzeuge beim Rathaus steht den Bürgern noch in diesem Jahr zur Verfügung, überraschte Weber die anwesenden Gäste und betonte, dass auch der ländliche Raum mit Zukunftsthemen punkten kann.
 Michael Sauter unterhielt am Flügel
Mit einem neuen Gewerbegebiet im südlichen Anschluss an „Leimenfeld II“ sollen sich kleine und mittlere Handwerksbetriebe ansiedeln können. Mit Hochdruck werde man an der Ausweisung eines neuen Baugebietes für bezahlbaren Wohnraum arbeiten, so der Bürgermeister. Die weitere Sanierung des Schulhofes stehe ebenfalls auf der Agenda. Die Verbesserung der Betreuungsangebote im Kindergarten und der Schule, einschließlich der Ganztagesbetreuung wolle man ebenfalls anstreben. Das größte und teuerste Projekt mit 1,2 Millionen Euro sei die Sanierung des Grasweges, die im neuen Jahr vollzogen werden soll. Bei einer Infoveranstaltung des ZAK im Februar werden die Bürger über ein geplantes Millionenprojekt auf dem Kahlenberg informiert. Man wolle das Projet kritisch, mit einer klaren Definition der Gemeindeinteressen begleiten, sagte Weber.
Den Blick nach vorne richten, Heimat nicht in Sissi-Filmen nachstellen, sondern in der Realität gestalten, war die Schlussbotschaft von Bürgermeister Pascal Weber, danach gab es den obligatorischen Stehempfang mit dem Ringsheimer Ehrentröpfle 2019, einem Müller-Thurgau vom Weinhof Volz.
 Ehrung des Helferkreis

Ehrungen und eine ganze Menge Handtücher mit Ringshein-Logo:

Die 1. Handball-Herrenmannschaft des TUS Ringsheim wurde überraschend Gewinner des südbadischen Handballpokals. Im Endspiel setzten sie sich gegen den eine Klasse höher spielenden BSV Phönix Sinzheim durch.

Die Handballjungend der Grundschule Ringsheim wurde im Rahmen von „Jugend trainiert für Olympia“ Ortenaumeister. Trainer und Betreuer waren Timo Hummel, Paule Blank und Rektor Alexander Brucher.

Zahlreiche Einzel-und Mannschaftssiege und gute Platzierungen bei Kreis- Bezirks- und Landeswettkämpfen gab es in den Reihen des Sportschützenvereins, die im Rahmen des Neujahrsempfangs ebenfalls gewürdigt wurden.

Die Mitglieder des Flüchtlingskreises wurden für ihre Integrationsarbeit und der Betreuung der Ringsheimer Flüchtlingsfamilien besonders geehrt und ihre Arbeit gewürdigt. Mit ihrer Hilfe und Unterstützung, in Zusammenarbeit mit der Gemeinde, sei die Integration der Ringsheimer Flüchtlingsfamilien gelungen.

[Text und Bilder: Adelbert Mutz]