Volles Bürgerhaus bei den Rämässern

 BoyGirlband
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Zweimal volles Bürgerhaus verzeichneten die Ringsheimer Rämässer an beiden Brauchtumsabenden am Wochenende. Ann-Kathrin I. (Ann-Kathrin Göppert) erhielt von ihrer Vorgängerin Sophia II. (Sophia Person) Mantel und Krone. Mit einem bunten unterhaltsamen und kurzweiligen Programm begeisterten rund einhundert Rämässer aller Altersgruppen das närrisch gekleidete Publikum im festlich geschmückten Narrentempel. Nach rund viereinhalb Stunden konnte mit der Hauskapelle „On Air“ mit der Ringsheimer Sängerin Jasmin Nopper noch ausgiebig getanzt werden.

Mit dem Rämässer-Hästanz begann traditionell das Programm. Es folgte der Einmarsch der Zunftmitglieder, musikalisch vom Spielmannszug begleitet und die Krönung der Rämässerkönigin, für die ein Kindheitstraum in Erfüllung ging, wie sie in ihrer Ansprache an das närrische Publikum verriet. Schon als kleines Kind hat sie beim Narrensome mitgewirkt. Nachdem Zeremonienmeister Volker Kern die Bühne freigab ging es Schlag auf Schlag.

In gewohnt humoristischer Weise führten Eva-Maria und Hannes Löhrmann und Evelyne Kölble durch das Programm. Eine „Monsterparty“ feierte der Narrensome unter der Leitung von Melissa Bosch, die die bunte kleine Truppe wie mit einem Joystick über die Bühne huschen ließ. Tanzformationen haben bei den Rämässern eine gute Tradition. Mit bunten Kostümen, sportlich und tänzerisch anspruchsvoll, sind sie inzwischen ein Markenzeichen der Ringsheimer Brauchtumsabende. Allein sechs Tanzgruppen (Häs- und Gardegruppe, Rämässer Reloaded, Ballett, Männerballett, Rämässerchicks) legten flotte Tänze auf das Bühnenparkett. Die „Schwarzwaldmadel“ mit Bollenhut, strammen Männerwaden und Bärten, sorgten beim Madelpuplikum für große Begeisterung.

Und die Rämässer-Chicks, das Vorzeigeballett aus Ringsheim, überzeugte mit ausgefeilter Choreographie. Die Damen des Bouleclubs „Die Kugel muss zur Sau“ hatten einiges zu meckern. Bänke ohne Lehne, die Urnenwand auf dem Friedhof gleiche einem Wohnzimmerschrank. Ihr Vorschlag, die viel diskutierte Seilbahn bis zum Aussichtsturm zu bauen, wird wohl keine Mehrheit finden. Und dass Bürgermeister Pascal Weber auf der Suche nach dem Ausgang im Europapark vom Sicherheitsdienst „festgenommen“ wurde, ist nicht wirklich belegt. Beim Witzeerzählen waren die ehrenwerten Damen auch nicht zimperlich. Die Rämässer-Kids beleuchteten das ab und zu schwere Leben mit den Eltern. Sind sie in der Schule, geht zu Hause die Post ab, so ihre Einschätzung. Die Rebwieber als „Putzgeschwader“, nehmen bekannterweise kein Blatt vor den Mund. Viel Arbeit gab es für sie nach dem Hochwasser im Keller der Schule. Ein sehr vornehmes Lokal habe die Narrenzunft beim Ausflug nach Paris besucht. In der Mitte eine goldene Stange, wo eine Dame ständig versucht habe hochzuklettern. Sie plädierten außerdem für einen Bürgerentscheid für einen ICE-Halt in Ringsheim. Das Touristenpaar „Hänsel und Gretel“ stieg irrtümlicherweise am Ringsheimer Bahnhof auf der falschen Seite des ICE aus, mit der Folge, dass für diese zwei Besucher Ringsheims Attraktionen herhalten mussten. So ging es mit dem Traktor und 3D-Brille durch die Reben bis zum Eurotower Heubergturm. Die große Parade durchs Dorf mit dem Spielmannszug fand ebenfalls statt, wie auch die große Wasserwelt auf dem Rathausplatz; soll am Ende heißen, auch Ringsheim hat was zu bieten. Der absolute Höhepunkt war der Auftritt von DJ-Bobo (Markus Göppert) im Kulturtempel Bürgerhaus. Großer Applaus für die Althästräger. Gänzlich misslang eine geplante Kurreise von vier Ringsheimer Damen, „für schlanke Körper lohnt sich jede Schinderei“, die über ihren biologischen Verfall sinnierten. Warum zur Kur? Damit aus der Krähe ein Schwan wird. Aus der Kur wurde nichts, denn die Damen verpassten den Zug, also zurück zu den guten Spätzle. Hans-Peter Göppert begleitete die Gruppe mit Gitarre und Gesang. Von vielen sehnlichst erwartet, trat der etwas schusselige „d`Albert vom Bauhof“ alias Thomas Maurer in Aktion und sorgte mit Witz und konstruierten Gegebenheiten für Lachsalven. Alle Akteure kamen zum Schluss noch einmal auf die Bühne. Unter der Stimmführung von Ruth Volz wurde gemeinsam das Rämässerlied gesungen.

Die neue Rämässerkönigin

Ann-Kathrin Göppert wurde am ersten Brauchtumsabend der Narrenzunft Rämässer zur Rämässerkönigin „Ann-Kathrin I.“ gekürt und führt somit ein Jahr lang höfisch die Zunft. Die 19-jährige Ringsheimerin stand bereits als Kind mit dem Narrensome auf der Bühne. Schon damals war es ihr Wunsch, einmal Königin zu sein. Ihre Eltern Helmut und Elisabeth sind selbst aktiv in der Narrenzunft tätig. Die Leidenschaft von Ann-Kathrin ist auch heute noch der Formationstanz mit verschiedenen Gruppen. In ihrer Freizeit spielt sie Querflöte. Das Abitur legte sie im vergangenen Jahr ab, danach jobbte sie und im April nimmt sie eine Auszeit und fliegt für vier Wochen nach Ausstralien. Dann wird es weniger närrisch, denn Ann-Kathrin beginnt bei der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Kehl das Studium im Fach „Public Management“.

[Text und Bild: Adelbert Mutz]