Das Schweigen der Sänger*innen

Hannelore Singler gab nach 37 Jahren das Amt der Schriftführerin beim Kirchenchor Ringsheim ab

Gerlinde Person-Weber und Hannelore Singler (rechts)

In der Regel sind Kirchen nicht der Ort um Vereinshauptversammlungen durchzuführen. Für Kirchenchöre gilt dies nur bedingt, da es gleichzeitig ein Ort ihres Wirkens ist. Mit Zustimmung des Leiters der Seelsorgeeinheit Rust, Pfarrer Michael Gartner, absolvierte der Ringsheimer Chor folgerichtig in Ermangelung einer anderen geeigneten Räumlichkeit seine Hauptversammlung in der St. Johanneskirche. Außer dem neuen Schriftführerteam wurde die Vorstandschaft wiedergewählt. Hannelore Singler gab nach 37 Jahren das Amt der Schriftführerin ab. Der Rückblick auf das vergangene Jahr 2019 war wie immer geprägt vom vielfältigen Singen, besonders der Mitgestaltung der Festgottesdienste an Kirchenfesten im Jahresverlauf. Eine erste Annäherung zu einer Singgemeinschaft mit dem Ruster Kirchenchor im vergangenen Jahr konnte aufgrund der Pandemie nicht weiter belebt werden.

„Ab dem 16. März herrschte Schweigen im Chor“, sagte die Vorsitzende Gerlinde Person-Weber bei der Begrüßung der Mitglieder und Gäste, alle großzügig mit Abstand im Kirchenraum verteilt. Man sei zwar nicht systemrelevant, dennoch vermisse man nicht nur das Singen, sondern auch den Kontakt untereinander. „Kirchenchor ist mehr als Singen, es bedeutet Gemeinschaft, singen ist zugleich auch beten“. Gerade zum Weihnachtsfest werde man das singende Gebet in der Kirche vermissen, so Gartner. Die gute Botschaft sei, dass Chorleiter Christian Wenzel auch in der schwierigen Zeit dem Chor treu bleibt, sagte Person-Weber.  Da er in Straßburg wohnt, sah er von einer Teilnahme an der Versammlung ab, übermittelte aber Grüße per Whatsapp. Im Vorfeld der Versammlung keimte noch die leise Hoffnung, dass Gesang mit reduzierter Chorbesetzung zur Advents- und Weihnachtszeit stattfinden könne. Ein Sextett des Chores unter der Leitung von Christian Wenzel begleitete zur Freude der Kirchenbesucher den Erntedankgottesdienst am 29. September. Nachdem aber vom Land die Pandemiestufe 3 ausgerufen wurde, verschärfte die Erzdiözese zum 21. Oktober die Corona-Verordnung. Danach sind Gesänge in der Kirche maximal in einer Chorscholabesetzung möglich. Grüße der politischen Gemeinde überbrachte die stellvertretende Bürgermeisterin Ruth Volz.  

Dank und Anerkennung gab es für Hannelore Singler, die nach langen 37 Jahren das Amt der Schriftführerin abgab. Seit 55 Jahren ist sie auch ununterbrochen Altsängerin im Chor, zeitweise war sie auch Altsolistin. Bereits im Alter von 13 Jahren trat sie dem Chor bei. Mit einem Geschenk und Blumen wurde ihre Treue zum Chor gewürdigt. Priska Müller und Claudia Schuster übernehmen nun gemeinsam die Protokollführung. 

[Text und Bild: Adelbert Mutz]

(Erstellt am 10. November 2020)

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